Warum beißt die Katze beim Streicheln? Lernen Sie zu erkennen, wann sie „genug“ sagt

Sie schnurrt, schmust und wirkt zufrieden. Und dann beißt sie Sie. Warum? In den meisten Fällen geht es weder um Aggression noch um schlechte Laune. Die Katze zeigt Ihnen auf ihre Art nur, dass sie genug vom Schmusen hat.

Warum beißt die Katze beim Streicheln? Lernen Sie zu erkennen, wann sie „genug“ sagt

Ein Biss ist oft nur eine Art zu sagen „es reicht“

Sie streicheln sie, kraulen sie hinter dem Ohr, es schnurrt und die Katze wirkt zufrieden. Und auf einmal beißt sie zu. Wenn Sie schon länger mit einer Katze zusammenleben, haben Sie das wahrscheinlich schon erlebt. Und vielleicht haben Sie sich gefragt, warum die Katze beim Streicheln beißt, wo sie es kurz zuvor doch sichtlich genossen hat.

Nein, sie hat Sie nicht mit dem Abendessen verwechselt. Meist will sie Ihnen nicht wehtun, sondern es geht um die sogenannte Überstimulation. Die Katze zeigt Ihnen auf ihre Art nur, dass ihr die Situation nicht mehr angenehm ist.

Woran erkennt man, dass sie genug hat?

🐈 Jede Katze hat eine andere Grenze:

  • die eine schmust lange
  • die andere nur kurz

Alle Katzen verbindet dasselbe Grundgerüst aus Trieben und Reflexen – und trotzdem ist jede anders. Wichtig ist, die eigene zu verstehen. Der häufigste Grund für einen Biss ist eben die Überstimulation – und die kennen viele Menschen auch von sich. Etwas ist angenehm, und plötzlich ist es zu viel und eben nicht mehr angenehm. Sagt Ihnen das nichts? Wie wäre es mit der Bettdecke, die man irgendwann wegstrampelt? Erst ist die Wärme darunter angenehm, dann auf einmal nicht mehr. Genauso ist es bei Katzen. Sie genießen das Schmusen und die Aufmerksamkeit, doch wenn das angenehme Gefühl kippt, reagiert ihr Körper instinktiv. Meistens kommt der Biss aber nicht ohne Vorwarnung – die Katze gibt Ihnen Signale, lernen Sie, sie zu lesen:

🐈 Achten Sie vor allem auf:

  • Peitschen des Schwanzes
  • angespannten Körper
  • leicht nach hinten gelegte Ohren
  • veränderte Atmung
  • sie hört auf zu schnurren

Das ist der Moment, in dem man besser aufhört.

Katzen haben empfindliche Zonen

Katzen haben am Körper Stellen, an denen sie Streicheln als angenehmer empfinden – und Stellen, die man lieber meidet.

🐈 Meist mögen sie:

  • den Kopf
  • den Bereich unter dem Kinn
  • die Schwanzwurzel

Der Bauch oder die hintere Körperpartie ist dagegen für viele Katzen unangenehm.

Ein Biss muss nicht immer „Stopp“ heißen

Manchmal geht es der Katze auch einfach nur ums Spielen. Passen Sie dabei auf, was Sie ihr angewöhnen. Wenn sie sich daran gewöhnt, dass auch Ihre Hand ein Spielzeug ist, wird sie sich entsprechend verhalten.

Bei Kätzchen ist das niedlich, aber eine erwachsene Katze bringt „im Eifer des Gefechts“ ordentlich Kraft und Biss mit. Gewöhnen Sie Ihren kleinen Raubtier deshalb lieber von Anfang an an echtes Katzenspielzeug.

Eine Katze muss kratzen, jagen und spielen können – aber auch einen Platz haben, an dem sie ihre Ruhe hat. Sind diese Bedürfnisse gedeckt, ist sie meist auch beim Schmusen ausgeglichener.

Am wichtigsten ist aber, Ihre Katze wahrzunehmen und zu lernen, was sie Ihnen mit ihrem Verhalten sagt.